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Thema: Lange Autofahrten - Sicher auf Geschäftsreisen
Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. Bonn
Weil der Aufprall zumeist ungebremst erfolgt, sind Einschlafunfälle häufiger tödlich als Unfälle mit anderen Ursachen. An Baustellen auf Autobahnen geschehen sogar 70 Prozent aller tödlichen Unfälle durch Übermüdung. Diese Zahlen können nach Aussage des GDV auf Gesamtdeutschland übertragen werden. Auch international ist Übermüdung ein Problem. In Frankreich war bei 26 Prozent aller tödlichen Autobahnunfälle Übermüdung ein Grund, in den USA sogar bei jedem dritten Autounfall. Werden die Zahlen laut Statistischem Bundesamt von 2006 allgemein betrachtet, dann spielt Übermüdung bei weniger als 0,5 Prozent der Unfälle mit Personenschäden eine Rolle. Das gibt aber keinen Grund zur Entwarnung. Übermüdung wird gerade auf Autobahnen und bei langen Fahrten deutlich gefährlicher und endet sehr oft tödlich, wie die oben genannten Zahlen zeigen. Besonders gefährlich ist der Sekundenschlaf. Auf Autobahnen kann das Auto bei einer Geschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde in fünf Sekunden Schlaf eine Strecke von 200 Meter zurücklegen.
Nicht nur Müdigkeit macht lange und monotone Fahrten so gefährlich. Auch andere Faktoren, können das eigene und das Leben anderer gefährden. Die folgenden Tipps sollen dabei helfen, lange Reisen sicher und stressfrei mit dem Auto zu bewältigen.
Tipps und Tricks für lange Autofahrten:
Gute Vorbereitung
Lange Fahrten sind sehr viel angenehmer, wenn sie gut geplant werden. Dazu gehört es, die Strecke und Ausweichrouten zu bestimmen und gut zu kennen. Ein stressfreier Tag vor der Fahrt und ausreichend Schlaf in der Nacht sind die ideale körperliche Vorbereitung. Bei der Wahl des Reisetages sollte darauf geachtet werden, nicht an verkehrsintensiven Tagen (Ferienanfang und -ende, Feiertage, Wochenende) zu fahren. Erfahrungsgemäß ist die Verkehrssituation dienstags und mittwochs günstig. Staus und längere Wartezeiten gedanklich mit einzuplanen, hilft Ruhe zu bewahren, wenn es wirklich mal länger dauert. Zur guten Vorbereitung gehört es auch, sich bei Fahrten ins Ausland die dortigen Verkehrsregeln anzusehen. Promillegrenze, Höchstgeschwindigkeit, Lichtpflicht, Warnwestenpflicht, Autobahngebühren und andere Regelungen unterscheiden sich von Land zu Land.
Sicherheitsstandards beachten
Besonders wichtig für die Sicherheit des Autos sind die Reifen. Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vor. Der Reifendruck sollte regelmäßig, mindestens bei jedem zweiten Tankstopp, geprüft werden. Es ist zudem wichtig, den Reifendruck auf höhere Beladung anzupassen. Auch Bremsen, Ölstand und Beleuchtung sollten vor dem Reisestart überprüft werden. Bei Gepäck muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel geladen wird und die Gepäckteile gut verstaut werden. Bei abrupten Bremsen könnten sie sonst durch die Fahrgastzelle geschleudert werden. Die Befestigungen des Gepäckträgers und der Ladung sollten Sie regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls nachziehen. Zu beachten ist auch die er¬höhte Seitenwindanfälligkeit (vor allem beim Überholen von Lastkraftwagen) und der erhöhte Kraftstoffverbrauch, wenn das Fahrzeug schwer beladen und/oder mit Aufbauten unterwegs ist.
Regelmäßige Pausen
Eine der wichtigsten Regeln lautet: Nie zu lange am Steuer sitzen. Gerade das gut ausgebaute deutsche Autobahnsystem verleitet dazu, lange Strecken am Stück zurücklegen zu wollen. Allerdings ist es ratsam, sich an Empfehlungen zu halten. Längere Strecken sollten auf mehrere Tage verteilt und ein nächtlicher Zwischenstopp eingeplant werden. Nach 200 Kilometer, beziehungsweise alle zwei Stunden, empfiehlt es sich, längere Pausen einzulegen oder einen Fahrerwechsel vorzunehmen.
Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. Bonn
Auf Anzeichen von Müdigkeit achten
Der Körper sendet klare Signale, wenn er müde wird. Bei langen Autofahrten muss darauf besonders geachtet und reagiert werden. Ganz typisch ist häufiges Gähnen, brennende Augenlider, häufiges Augenzwinkern und Blendempfindlichkeit. Ebenfalls deutliche Signale sind Verspannungen der Schulter- und Rückenmuskulatur und leichte Kopfschmerzen. Beim Führen eines Fahrzeugs sind Blickstarre, eine tunnelförmige Einengung des Blickfeldes, Wahrnehmungsfehler und Halluzinationen sehr spezifische Signale, die im Straßenverkehr gefährlich sind. Die Symptome können zu starken Beeinträchtigungen des Fahrverhaltens wie Fehleinschätzungen von Seitenabständen, Unterschreitung des Sicherheitsabstandes, ruckartigen und unnötigen Lenkbewegungen und unangemessen heftigen Bremsmanövern führen. Die größte Gefahr stellt der Sekundenschlaf dar, da das Fahrzeug in diesem Moment völlig führungslos ist. Übermüdete Fahrer/innen sollten kein Fahrzeug führen.
Die Pausen nutzen
Die Pausen können genutzt werden, um sich ausreichend Bewegung zu verschaffen. Kleine Sportübungen bringen den Kreislauf in Schwung. Dazu gehören Dehnübungen, Kniebeugen, Hüpfen und Laufen. So werden Verspannungen gelöst und die Blutzirkulation wird verstärkt. Sind erste Signale von Müdigkeit zu spüren und ist ein Fahrerwechsel nicht möglich, sollten die Pausen für eine kurze Schlafpause genutzt werden. Schon zehn bis 20 Minuten Ruhe können helfen. Allerdings muss darauf geachtet werden, eine längere Pause einzulegen, wenn die Ermüdungserscheinungen weiter anhalten.
Bewegung hilft
Das lange Sitzen am Steuer eines Fahrzeuges ist nicht gesund für Körper und Gelenke. Daher sollte jede Möglichkeit genutzt werden, den Körper fit zu halten. Auch während der Fahrt können Kreisbewegungen des Kopfes, häufige Veränderungen der Sitzposition und Kreisen der Schultern helfen.
Richtige Ernährung
Auf längeren Autofahrten ist es wichtig, sich leicht und vitaminreich zu ernähren. Obst und kleine Snacks sind dabei das Richtige. Auf schweres Essen und Süßigkeiten sollten Sie verzichten. Vor dem Antritt der Reise sollte ausreichend gegessen werden und während der Reise reichen leichte Zwischenmahlzeiten. Besonders wichtig ist es, darauf zu achten, dass während der Fahrt genug Flüssigkeit aufgenommen wird. Cola, Kaffee und ähnliche Aufputschmittel sind dabei die falsche Wahl. Sie muntern nur kurzzeitig auf und entziehen dem Körper Mineralien und Flüssigkeit. Besser geeignet sind Wasser, verdünnte Fruchtsäfte und Kräutertees. An warmen Tagen ist es zu empfehlen, einen halben Liter pro Stunde zu trinken. Auf Alkohol muss natürlich strengstens verzichtet werden.
Wer rast, verliert
Viele Autofahrer/innen neigen dazu, die verlorene Zeit nach einem längeren Stau durch schnelles Fahren wieder aufholen zu wollen. Das ist doppelt gefährlich. Zum einen ist es für den Körper nicht leicht, von dem ruhigen Fahrstil sofort auf einen Fahrstil umzuschalten, in dem höchste Konzentration gefordert wird. Zum anderen ist zu schnelles und aggressives Fahren gefährlich und bringt oftmals keinen wirklichen Zeitvorteil. Ein gleichmäßiges Tempo aller Verkehrsteilnehmer/innen sorgt für weniger Auffahrunfälle und ist zudem stressfreier.
Gute Ausrüstung
Schon beim Autokauf kann vermieden werden, dass längeres Sitzen zur Tortur wird. Daher sollte darauf geachtet werden, dass die Sitze individuell geeignet sind. Ebenfalls wichtig bei längeren Fahrten ist die optimale Ausrüstung: Abschleppseil, Starthilfekabel, Ersatzreifen, Taschenlampe, Feuerlöscher, Ersatzleuchten und ein Autoatlas mit eingezeichneten Tank- und Rastplätzen, sind unverzichtbar. So führen unvorhersehbare Situationen nicht zu größeren Problemen.
Die richtige Zeit zum Fahren
In der Zeit von 23 Uhr bis 4 Uhr haben die meisten Menschen ihre Tiefschlafphase. Die biologische Uhr ist in dieser Zeit auf Schlaf eingestellt. Müdigkeit und Ermattung – wie man sie vom Jetlag kennt – sind die Folge. Auf späte Nachfahrten sollte daher möglichst verzichtet werden. Auch sind Fahrten in den Dämmerungsstunden zu vermeiden. Das schummrige Licht und der Hell-Dunkel-Wechsel sorgen dafür, dass der Körper schnell müde wird. In einer Studie in Regensburg zeigte sich, dass sich die meisten Einschlafunfälle in den Morgenstunden zwischen fünf und sieben Uhr ereignen.
Gute Vorbereitung, Gesundheit und Ruhe:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gute Vorbereitung, gesundes Essen, ein erholter Körper und regelmäßige Pausen helfen, sicher ans Ziel zu kommen. Lange Autofahrten sind Ausnahmesituationen und sollten deshalb auch so behandelt werden. Niemandem nutzt es, wenn nach einem erfolgreichen Termin die Fahrt im Straßengraben endet.
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