Frankfurt am Main, 15.03.2021
Darauf möchte ich heute als Präsident von ITKAM - Italienische Handelskammer für Deutschland e.V., ein langjähriger Partner der IMW - Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V., in einem Gastbeitrag eingehen.
Rückblickend möchte ich festhalten, dass der strikte Lockdown im Frühjahr 2020 Italiens Wirtschaft stark getroffen hat. Derzeit rechnet man mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukt (2020) von ca. 8%.
Mit dem Ziel, Italiens Wirtschaft trotz Fortbestehen der Coronapandemie anzukurbeln, hat die Regierung unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte ab Mitte März 2020 verschiedene Hilfsmaßnahmen in Form von Dekreten verabschiedet.
Die Fördermaßnahmen, festgehalten unter anderem im Dekret Cura Italia (Heilung für Italien) vom 17. März 2020, dem Dekret Liquidità (Liquidität) vom 8. April 2020, dem Dekret Rilancio (Neustart) vom 19. Juli 2020 sowie den 4 Dekreten Ristori für die Gastronomie und damit verbundenen Dienstleistungen der Tourismusbranche sahen dabei Liquiditätshilfen, Kurzarbeitergeld und Kredite vor. Im Fokus konkreter Branchenförderungen standen bzw. stehen neben der Tourismusbranche die Automobil- und Bauindustrie.
Ein Schwerpunkt der branchenübergreifenden Fördermaßnahmen liegt hingegen auf der Digitalisierung, der sich Italiens Unternehmen verstärkt widmen müssen. Denn gemäß dem Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) lag Italien im Jahr 2020 auf Platz 25 der Digitalisierung in der EU: nur Rumänien, Griechenland und Bulgarien weisen eine geringere digitale Gesamtleistung auf. Zudem investieren bisher vorrangig Großunternehmen in eine fortschreitende Digitalisierung, während die Mehrheit der fast 4 Millionen italienischen KMU bisher wenig in die digitale Transformation investiert hat.
Mit der neuen Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi und den Zuschüssen wie Krediten im Rahmen des EU-Recovery-Funds wird sich dies merklich ändern. Denn ab dem 3. Quartal 2021 werden insgesamt rund 81 Milliarden Euro an Zuschüssen und 127 Milliarden Euro an Krediten nach Italien fließen. Ein Großteil dieser Gelder soll für das Voranschreiten der Digitalisierung italienischer Unternehmen verwendet werden.
Doch trotz der zahlreichen Hilfsmaßnahmen für Unternehmer sind in Italien Insolvenzen insbesondere im Tourismus und Einzelhandel zu befürchten. Der Tourismus dürfte aufgrund der derzeitigen 3. Welle stärker betroffen sein als der Einzelhandel. Denn neben dem Auslandstourismus hat das Verbot der Reisen zwischen den Regionen den wichtigen Inlandstourismus weitgehend zum Erliegen gebracht. Der Einzelhandel hingegen hat im Vergleich zu Deutschland von der Einteilung Italiens in gelbe, orange und rote Zonen profitiert. Denn diese regional und zeitlich flexibleren Begrenzungen ermöglichten eine durchschnittlich längere Öffnung des Einzelhandels, insbesondere in der Vorweihnachtszeit. Die Umsatzeinbußen dürften also hier insbesondere seit dem 2. Halbjahr 2020 weitaus geringer als in Deutschland ausfallen.
Nun bleibt zu hoffen, dass die neue Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi strukturelle Reformen in Angriff nehmen wird und damit Italien zurück auf den Wachstumspfad bringt. Die erste Reaktion der Wirtschaftsverbände ist optimistisch, so sicherte der Präsident des italienischen Industrieverbandes Confindustria, Carlo Bonomi, seine Unterstützung für eine breit aufgestellte öffentlich-private Partnerschaft zu, um die Herausforderungen gemeinsam zu meistern und das Investitionsklima zu verbessern.
Rückblickend möchte ich festhalten, dass der strikte Lockdown im Frühjahr 2020 Italiens Wirtschaft stark getroffen hat. Derzeit rechnet man mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukt (2020) von ca. 8%.
Mit dem Ziel, Italiens Wirtschaft trotz Fortbestehen der Coronapandemie anzukurbeln, hat die Regierung unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte ab Mitte März 2020 verschiedene Hilfsmaßnahmen in Form von Dekreten verabschiedet.
Die Fördermaßnahmen, festgehalten unter anderem im Dekret Cura Italia (Heilung für Italien) vom 17. März 2020, dem Dekret Liquidità (Liquidität) vom 8. April 2020, dem Dekret Rilancio (Neustart) vom 19. Juli 2020 sowie den 4 Dekreten Ristori für die Gastronomie und damit verbundenen Dienstleistungen der Tourismusbranche sahen dabei Liquiditätshilfen, Kurzarbeitergeld und Kredite vor. Im Fokus konkreter Branchenförderungen standen bzw. stehen neben der Tourismusbranche die Automobil- und Bauindustrie.
Ein Schwerpunkt der branchenübergreifenden Fördermaßnahmen liegt hingegen auf der Digitalisierung, der sich Italiens Unternehmen verstärkt widmen müssen. Denn gemäß dem Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) lag Italien im Jahr 2020 auf Platz 25 der Digitalisierung in der EU: nur Rumänien, Griechenland und Bulgarien weisen eine geringere digitale Gesamtleistung auf. Zudem investieren bisher vorrangig Großunternehmen in eine fortschreitende Digitalisierung, während die Mehrheit der fast 4 Millionen italienischen KMU bisher wenig in die digitale Transformation investiert hat.
Mit der neuen Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi und den Zuschüssen wie Krediten im Rahmen des EU-Recovery-Funds wird sich dies merklich ändern. Denn ab dem 3. Quartal 2021 werden insgesamt rund 81 Milliarden Euro an Zuschüssen und 127 Milliarden Euro an Krediten nach Italien fließen. Ein Großteil dieser Gelder soll für das Voranschreiten der Digitalisierung italienischer Unternehmen verwendet werden.
Doch trotz der zahlreichen Hilfsmaßnahmen für Unternehmer sind in Italien Insolvenzen insbesondere im Tourismus und Einzelhandel zu befürchten. Der Tourismus dürfte aufgrund der derzeitigen 3. Welle stärker betroffen sein als der Einzelhandel. Denn neben dem Auslandstourismus hat das Verbot der Reisen zwischen den Regionen den wichtigen Inlandstourismus weitgehend zum Erliegen gebracht. Der Einzelhandel hingegen hat im Vergleich zu Deutschland von der Einteilung Italiens in gelbe, orange und rote Zonen profitiert. Denn diese regional und zeitlich flexibleren Begrenzungen ermöglichten eine durchschnittlich längere Öffnung des Einzelhandels, insbesondere in der Vorweihnachtszeit. Die Umsatzeinbußen dürften also hier insbesondere seit dem 2. Halbjahr 2020 weitaus geringer als in Deutschland ausfallen.
Nun bleibt zu hoffen, dass die neue Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi strukturelle Reformen in Angriff nehmen wird und damit Italien zurück auf den Wachstumspfad bringt. Die erste Reaktion der Wirtschaftsverbände ist optimistisch, so sicherte der Präsident des italienischen Industrieverbandes Confindustria, Carlo Bonomi, seine Unterstützung für eine breit aufgestellte öffentlich-private Partnerschaft zu, um die Herausforderungen gemeinsam zu meistern und das Investitionsklima zu verbessern.
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Emanuele Gatti,
Präsident
ITKAM - Italienische Handelskammer für Deutschland e.V.
Tel. 069-97145210
Mail. info@itkam.org
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