Willich, 22.06.2021
Die Hochschule Niederrhein wird Forschung und Entwicklung künftig stärker in die Unternehmen tragen und mit diesem Transfer die mittelständische Wirtschaft der Region Niederrhein unterstützen. Das machte Hochschulpräsident Dr. Thomas Grünewald vor dem Forum Mittelstand Niederrhein deutlich. Dabei unterstrich er die Bedeutung des Kreises Viersen: „Die Hochschule ist seit 50 Jahren Wegbereiterin in der Region Niederrhein, nicht nur in Krefeld und Mönchengladbach. Seit ihrer Gründung richtet sich die Hochschule an den Bedürfnissen der Wirtschaft und Gesellschaft aus.“
Veranstaltet wird das seit zehn Jahren bestehende Forum Mittelstand Niederrhein vom Technologiezentrum Niederrhein (TZN), der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Viersen (WFG) und der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft (IMW). Derzeit findet die populäre Veranstaltungsreihe digital via Live-Streaming statt. Es wurde ausgestrahlt aus dem Gründerzentrum Gewerbepark Stahlwerk Becker in Willich und mit einer Grußbotschaft des stellvertretenden Bürgermeisters Guido Görtz eröffnet. Prof. Dr. Thomas Merz (IST-Hochschule Düsseldorf) moderierte die Livestream-Veranstaltung.
Knapp 100 Teilnehmer folgten den Ausführungen Grünewalds, der die Hochschule mit ihren 10 Fachbereichen und über 14.000 Studierenden als „Wegbereiterin“ vorstellte. Wegbereiterin deshalb, weil die 90 Studiengänge die Entwicklung der regionalen Wirtschaft und die jeweilige Branchenstruktur wiederspiegelt. Mit Stolz berichtet Grünewald, dass die Hochschule Niederrhein zu den Top Ten in Deutschland zählt.
Angewandte Wissenschaften setzen die Innovationskette in Gang
Das Schlüsselwort des Erfolgs ist „angewandt“. Die anwendungsbezogene Ausbildung schätzen Unternehmer zur Deckung ihres Fachkräftebedarfs oder sogar zur späteren Unternehmensnachfolge. Durch Technologietransfer entstehen im besten Fall neue Produkte oder tragfähige zukunftsweisende Geschäftsmodelle.
Ein Praxisbeispiel: Für Innovationsschub und eine Renaissance der Textilproduktion im Landkreis Viersen sorgt die Hochschule Niederrhein als Mitinitiator einer textilen Modellfabrik. In Zusammenarbeit mit C&A entwickelten Studierende des Studiengangs „Textiltechnologie“ ein modernes Verfahren zur Jeansproduktion. So werden ab September 400.000 Jeans in einer ersten Stufe hergestellt.
Transferverständnis bedeutet für Grünewald eine Zusammenarbeit mit Unternehmern auf Augenhöhe und ist konkret an den Bedürfnissen der Betriebe ausgerichtet. Die Erfahrung lehrt, dass Unternehmen befähigt werden, zukunftsfähig zu bleiben, Wettbewerbsvorteile durch Innovationen zu erreichen und sich der rasanten Entwicklung im Bereich der digitalen Transformation von Geschäftsprozessen ohne Scheu zu stellen. Die Hochschule Niederrhein arbeitet lösungsorientiert "aktivierend“ und hat dazu mit Dr. Antje Hambitzer eine Kontaktstelle für den Transfer von Forschung und Entwicklung geschaffen.
Aus der Unternehmerbrille: Fachkräfte und öffentlich geförderte Verbundprojekte
Martin Stolz, Geschäftsführer des Standorts Willich der Saint-Gobain PPL Pampus GmbH, hebt hervor, dass der Input als auch die Praxisnähe von Hochschulen von großer Bedeutung für sein Unternehmen ist, dessen entwickelten Systeme und produzierten innovativen Werkstoffe kaum mehr aus dem Bausektor wegzudenken sind. Stolz selbst ist Alumni der Hochschule Niederrhein und hat als Diplomand seine Karriere in der Saint-Gobain gestartet. Der seit über 100 Jahren bestehende Betrieb in Willich nutzt den Standortvorteil eben auch zur Deckung von Personalbedarf. Zur Fachkräftesicherung kommen Kooperationsmöglichkeiten wie Praxissemester, Duale Studiengänge, Bachelor- und Masterarbeiten zum Tragen. Studierende sind Teil der Unternehmenskultur. Vor diesem Hintergrund ist Forschung & Entwicklung ein weiterer zentraler Baustein nicht nur im Karrierebord des Unternehmens.
Der gebürtige Niederrheiner Ingo Meierhans, Geschäftsführer des Kempener Familienunternehmens Meitron Trockenmischung GmbH, stellt mit 40 Mitarbeitern „viele Produkte ohne Namen“ her. Der Lohnmisch- und Lohnabfüllbetrieb für die Lebensmittelproduktion ist ein Schwergewicht seiner Branche, dessen Wurzeln bis zum Jahre 1920 zurückführen.
Über öffentlich geförderte Verbundprojekte forschte das Unternehmen zu Trendthemen „Biofolien für Lebensmittel“ sowie zu „Fleischlosen Fleischersatz“. Der Erkenntnisgewinn aus diesen beiden Projekten für seinen Betrieb sei groß. Herr Meierhans kritisiert jedoch die Fördermittelabrechnung dieser Projekte und bezeichnet diesen Teil als Hasenfuß. Er wirbt eindringlich darum, Bürokratiehürden an dieser Stelle abzubauen und war froh über die Unterstützung durch den damaligen Hochschulprojektpartner.
Grünewald pflichtete Herrn Meierhans bei: „Die Abrechnung von öffentlich geförderten Verbundprojekten ist eine humorfreie Zone. Da es sich um Steuergelder handelt, müssen diese noch einmal mehr sorgfältig abgerechnet und geprüft werden. So sollen mögliche Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden.“ Sein Appell an die Politik auch hier, die Bürokratie auf regulatorischer Ebene zu begrenzen.
Alle Beteiligten sind sich einig: Ein enger Austausch zwischen Unternehmen und Wissenschaft erleichtert gemeinsame Projekte. Mit Blick auf den Fachkräftemangel ist der praxisorientierte Ansatz der Hochschule ein wichtiger Beitrag im Fortbestehen von Unternehmen.
Die Hochschule Niederrhein unterstützt Sie mit Ihrem Anliegen in der Region (Dr. Antje Hambitzer, Tel. 02151-822 1525).
Befindet sich der Sitz Ihres Betriebes in einem anderen Bundesland? Auch hier können wir Sie mit Hochschulen vernetzen. Richten Sie Ihre Fragen oder Anregungen gern an uns, entweder telefonisch unter 030-240478710 oder per Mail. online@imw-ev.de.
Das nächste Forum Mittelstand Niederrhein findet am 14. September 2021 statt. Dann lautet das Thema „Unbekannte Nachbarn – die Niederlande als interessanter Businessmarkt“. Mehr Infos mit einem Klick hier.
Der aufgezeichnete Livestream der Veranstaltung ist nachfolgend abrufbar.
Veranstaltet wird das seit zehn Jahren bestehende Forum Mittelstand Niederrhein vom Technologiezentrum Niederrhein (TZN), der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Viersen (WFG) und der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft (IMW). Derzeit findet die populäre Veranstaltungsreihe digital via Live-Streaming statt. Es wurde ausgestrahlt aus dem Gründerzentrum Gewerbepark Stahlwerk Becker in Willich und mit einer Grußbotschaft des stellvertretenden Bürgermeisters Guido Görtz eröffnet. Prof. Dr. Thomas Merz (IST-Hochschule Düsseldorf) moderierte die Livestream-Veranstaltung.
Knapp 100 Teilnehmer folgten den Ausführungen Grünewalds, der die Hochschule mit ihren 10 Fachbereichen und über 14.000 Studierenden als „Wegbereiterin“ vorstellte. Wegbereiterin deshalb, weil die 90 Studiengänge die Entwicklung der regionalen Wirtschaft und die jeweilige Branchenstruktur wiederspiegelt. Mit Stolz berichtet Grünewald, dass die Hochschule Niederrhein zu den Top Ten in Deutschland zählt.
Angewandte Wissenschaften setzen die Innovationskette in Gang
Das Schlüsselwort des Erfolgs ist „angewandt“. Die anwendungsbezogene Ausbildung schätzen Unternehmer zur Deckung ihres Fachkräftebedarfs oder sogar zur späteren Unternehmensnachfolge. Durch Technologietransfer entstehen im besten Fall neue Produkte oder tragfähige zukunftsweisende Geschäftsmodelle.
Ein Praxisbeispiel: Für Innovationsschub und eine Renaissance der Textilproduktion im Landkreis Viersen sorgt die Hochschule Niederrhein als Mitinitiator einer textilen Modellfabrik. In Zusammenarbeit mit C&A entwickelten Studierende des Studiengangs „Textiltechnologie“ ein modernes Verfahren zur Jeansproduktion. So werden ab September 400.000 Jeans in einer ersten Stufe hergestellt.
Transferverständnis bedeutet für Grünewald eine Zusammenarbeit mit Unternehmern auf Augenhöhe und ist konkret an den Bedürfnissen der Betriebe ausgerichtet. Die Erfahrung lehrt, dass Unternehmen befähigt werden, zukunftsfähig zu bleiben, Wettbewerbsvorteile durch Innovationen zu erreichen und sich der rasanten Entwicklung im Bereich der digitalen Transformation von Geschäftsprozessen ohne Scheu zu stellen. Die Hochschule Niederrhein arbeitet lösungsorientiert "aktivierend“ und hat dazu mit Dr. Antje Hambitzer eine Kontaktstelle für den Transfer von Forschung und Entwicklung geschaffen.
Aus der Unternehmerbrille: Fachkräfte und öffentlich geförderte Verbundprojekte
Martin Stolz, Geschäftsführer des Standorts Willich der Saint-Gobain PPL Pampus GmbH, hebt hervor, dass der Input als auch die Praxisnähe von Hochschulen von großer Bedeutung für sein Unternehmen ist, dessen entwickelten Systeme und produzierten innovativen Werkstoffe kaum mehr aus dem Bausektor wegzudenken sind. Stolz selbst ist Alumni der Hochschule Niederrhein und hat als Diplomand seine Karriere in der Saint-Gobain gestartet. Der seit über 100 Jahren bestehende Betrieb in Willich nutzt den Standortvorteil eben auch zur Deckung von Personalbedarf. Zur Fachkräftesicherung kommen Kooperationsmöglichkeiten wie Praxissemester, Duale Studiengänge, Bachelor- und Masterarbeiten zum Tragen. Studierende sind Teil der Unternehmenskultur. Vor diesem Hintergrund ist Forschung & Entwicklung ein weiterer zentraler Baustein nicht nur im Karrierebord des Unternehmens.
Der gebürtige Niederrheiner Ingo Meierhans, Geschäftsführer des Kempener Familienunternehmens Meitron Trockenmischung GmbH, stellt mit 40 Mitarbeitern „viele Produkte ohne Namen“ her. Der Lohnmisch- und Lohnabfüllbetrieb für die Lebensmittelproduktion ist ein Schwergewicht seiner Branche, dessen Wurzeln bis zum Jahre 1920 zurückführen.
Über öffentlich geförderte Verbundprojekte forschte das Unternehmen zu Trendthemen „Biofolien für Lebensmittel“ sowie zu „Fleischlosen Fleischersatz“. Der Erkenntnisgewinn aus diesen beiden Projekten für seinen Betrieb sei groß. Herr Meierhans kritisiert jedoch die Fördermittelabrechnung dieser Projekte und bezeichnet diesen Teil als Hasenfuß. Er wirbt eindringlich darum, Bürokratiehürden an dieser Stelle abzubauen und war froh über die Unterstützung durch den damaligen Hochschulprojektpartner.
Grünewald pflichtete Herrn Meierhans bei: „Die Abrechnung von öffentlich geförderten Verbundprojekten ist eine humorfreie Zone. Da es sich um Steuergelder handelt, müssen diese noch einmal mehr sorgfältig abgerechnet und geprüft werden. So sollen mögliche Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden.“ Sein Appell an die Politik auch hier, die Bürokratie auf regulatorischer Ebene zu begrenzen.
Alle Beteiligten sind sich einig: Ein enger Austausch zwischen Unternehmen und Wissenschaft erleichtert gemeinsame Projekte. Mit Blick auf den Fachkräftemangel ist der praxisorientierte Ansatz der Hochschule ein wichtiger Beitrag im Fortbestehen von Unternehmen.
Die Hochschule Niederrhein unterstützt Sie mit Ihrem Anliegen in der Region (Dr. Antje Hambitzer, Tel. 02151-822 1525).
Befindet sich der Sitz Ihres Betriebes in einem anderen Bundesland? Auch hier können wir Sie mit Hochschulen vernetzen. Richten Sie Ihre Fragen oder Anregungen gern an uns, entweder telefonisch unter 030-240478710 oder per Mail. online@imw-ev.de.
Das nächste Forum Mittelstand Niederrhein findet am 14. September 2021 statt. Dann lautet das Thema „Unbekannte Nachbarn – die Niederlande als interessanter Businessmarkt“. Mehr Infos mit einem Klick hier.
Der aufgezeichnete Livestream der Veranstaltung ist nachfolgend abrufbar.
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Zukunftsthemen fest im Blick (v.l.):
Christian Hehnen I Wirtschaftsförderung Stadt Willich, Dr. Thomas Jablonski I Geschäftsführer TZN, Guido Görtz I stellv. Bürgermeister der Stadt Willich I Moderator Prof. Dr. Thomas Merz I IST-Hochschule für Management Düsseldorf, Dr. Thomas Grünewald I Präsident Hochschule Niederrhein und Martin Stolz I Geschäftsführer der Saint-Gobain PPL Pampus GmbH sowie Ingo Meierhans I Geschäftsführer der Meitron Trockenmischung GmbH (Foto:TZN)
Die Hochschule Niederrhein unterstützt Sie mit Ihrem Anliegen in der Region (Dr. Antje Hambitzer, Tel. 02151-822 1525). Befindet sich der Sitz Ihres Betriebes in einem anderen Bundesland? Auch hier können wir Sie mit Hochschulen vernetzen. Richten Sie Ihre Fragen oder Anregungen gern an uns, entweder telefonisch unter 030-240478710 oder per Mail. online@imw-ev.de.
Christian Hehnen I Wirtschaftsförderung Stadt Willich, Dr. Thomas Jablonski I Geschäftsführer TZN, Guido Görtz I stellv. Bürgermeister der Stadt Willich I Moderator Prof. Dr. Thomas Merz I IST-Hochschule für Management Düsseldorf, Dr. Thomas Grünewald I Präsident Hochschule Niederrhein und Martin Stolz I Geschäftsführer der Saint-Gobain PPL Pampus GmbH sowie Ingo Meierhans I Geschäftsführer der Meitron Trockenmischung GmbH (Foto:TZN)
Die Hochschule Niederrhein unterstützt Sie mit Ihrem Anliegen in der Region (Dr. Antje Hambitzer, Tel. 02151-822 1525). Befindet sich der Sitz Ihres Betriebes in einem anderen Bundesland? Auch hier können wir Sie mit Hochschulen vernetzen. Richten Sie Ihre Fragen oder Anregungen gern an uns, entweder telefonisch unter 030-240478710 oder per Mail. online@imw-ev.de.
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