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Berlin, 23.08.2021

IMW vor Ort


Die IMW und Franziska Giffey (SPD) zu Besuch in der Tischlerei Blum & Kinast in Blankenburg (Bezirk Berlin-Pankow)


Wann immer möglich, trifft sich die IMW mit Mitgliedsunternehmen. Vor Ort im persönlichen Gespräch lässt sich ganz direkt besprechen, wo der Schuh drückt. Im Rahmen der "Wahlprogramm trifft Wirklichkeit"- Gespräche war Gastgeber diesmal der alteingesessene Pankower Innungsbetrieb Blum & Kinast Tischlerei und Innenausbau GmbH. Mit dabei an diesem Tag: Die SPD-Politikerin und ehemalige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Geschäftsführer Ray Kinast, begrüßte neben Frau Giffey die IMW-Vorstandsmitglieder Susan Friedrich und Udo M. Strenge, den Geschäftsführer der Tischler Innung Berlin, Sebastian Bobinski, die Pankower Bezirksstadträtin für Wirtschaft, Rona Tietje (SPD) sowie Dennis Buchner, SPD-Abgeordneter für Weissensee im Berliner Abgeordnetenhaus.

Von Nachwuchsmangel bis Gewerbemieten – „Reizthemen“ werden offen diskutiert

Von Beginn an entwickelte sich ein reger Austausch zu ganz unterschiedlichen Themen. Die spannende Betriebsführung gab Anlass zu vielen Fragen der überaus interessierten Gäste. Die zusätzliche Anwesenheit eines langjährigen Gesellen bereicherte die Unterhaltung. Neben Abläufen und Tätigkeiten in einer Tischlerei kamen auch die Sorgen und Nöte des regionalen Handwerks offen zur Sprache. Die Liste war in diesen schwierigen Zeiten erwartungsgemäß umfangreich. Sowohl der Nachwuchsmangel als auch der extreme Anstieg der Gewerbemieten und die damit in Zusammenhang stehende Abwanderung von Betrieben aus Berlin kamen zur Sprache. Eine besorgniserregende Entwicklung, nicht zuletzt auch mit Blick auf die damit verbundene Ausweitung des Pendlerverkehrs und höhere CO²-Belastungen. Aus Sicht von Susan Friedrich von der IMW ist in Sachen Gewerbemieten längst die rote Linie überschritten: "Es ist fünf nach 12. Wir sind mit einer besorgniserregenden, existenzgefährdenden Realität konfrontiert. Unternehmensnachfolgen scheitern, weil Mietverträge nicht übernommen werden können. Betriebe benötigen Erweiterungsflächen, sehen sich aber außerstande, die geforderten Mieten zu finanzieren. Die IMW arbeitet an konkreten Lösungsvorschlägen, um Berliner Mitgliedsbetriebe so gut es geht beratend zu unterstützen. In Einzelfällen haben wir Erfolg.“

Der Gewerbemieten-Wahnsinn gefährdet den Mittelstand

Unterstützung erhielt Frau Friedrich von Ray Kinast, der von Betrieben berichtete, die Mietsteigerungen um 100 bis 200% verkraften müssen und damit am Rande ihrer Existenzfähigkeit sind. Eine kieznahe Versorgung mit handwerklichen Dienstleistungen ist vor diesem Hintergrund kaum noch leistbar. "Nur Betriebe, die Eigentümer ihrer Produktionsstätten sind, können hier noch mithalten". Die Realität ist jedoch ernüchternd, da Gewerbegrundstücke fast immer in Investorenhand gelandet sind und einzelnen Betrieben nur selten eine Kaufoption eingeräumt wird. "Hier ist die Praxis meistbietender Verwertung von Bundes- und Landesflächen über lange Zeit zulasten der kleineren Betriebe angewandt worden“, kritisierte Herr Bobinski, Geschäftsführer der Tischler-Innung. Die Folgen für die an sich so wichtige Gewerbenutzung im Kiez seien fatal. Immerhin scheine in diesem Punkt seit Kurzem in der Politik ein Umdenken eingesetzt zu haben, so Herr Bobinski. Dem müssten nun umgehend Taten folgen. Der Geschäftsführer der Tischler-Innung Berlin verwies zudem auf die Notwendigkeit schnellen Handelns bei Gewerbeflächenentwicklungen im Bereich des S-Bahnrings. Eine Vielzahl von Handwerksbetrieben benötige größere Gewerbeflächen, ob nun aufgrund gesunden Wachstums, infolge von Unternehmensnachfolgen, in Anbetracht der Verdrängung aus den Kiezen hinaus oder um Neugründungen zu ermöglichen. Allein die Erhebungen der Tischler-Innung besagen, dass die Situation schon jetzt schwierig ist und sich in den kommenden 2 - 4 Jahren zu einer ernsten Gefahr für den Wirtschaftsstandort Berlin auszuwachsen drohe.

Lösungsorientiert - Vorschläge des IMW-Vorstands

IMW-Vorstand Susan Friedrich verwies an dieser Stelle auf Lösungsansätze aus verschiedenen Ballungsgebieten in Deutschland, wie der Aktion "Gewerbestapel in Hamburg". Effiziente Maßnahmen und Baurecht gingen hier, so der Eindruck von Frau Friedrich, mit zeitnahen Entscheidungen an einem "Runden Tisch" Hand in Hand. Für IMW-Vorstand Udo Strenge war dies das Stichwort, um auf die "gute Entscheidung des Berliner Senats" hinzuweisen, über die berlineigene Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WISTA sog. Gewerbe- und Handwerkerhöfe kieznah entstehen zu lassen, wo dann aufgrund senatseigener Vermietung moderate Mietpreise für die Berliner Betriebe ermöglicht werden. „Problem erkannt, Gefahr gebannt?“, fragte Herr Strenge hoffnungsvoll in Richtung der anwesenden Landespolitiker und unterstrich die Hartnäckigkeit der IMW: „Wir bleiben hier aktiv am Ball und gestalten mit!“. Die IMW ist seit kurzem im konstruktiven Dialog mit der landeseigenen WISTA GmbH.

Unmut über Bürokratie

Weitere Dauerärgernisse jenseits der Gewerbemieten: Die Bürokratie bei öffentlichen Ausschreibungen, wie z.B. die seit kurzem zusätzlich einzuhaltende Frauenquote in Handwerksbetrieben. Eine weitere Belastung stellen die langwierige Bearbeitungszeiten von Baugenehmigungen dar sowie lange Entscheidungsprozesse bei der Ausweisung von baurechtssicheren Maßnahmen. Nicht unerwähnt blieben zudem die aktuellen Probleme bei der Versorgung mit ausreichenden Mengen an Material sowie der Unmut über unzureichende Möglichkeiten, finanzielle, sprich steuerliche Zusatzanreize für die Belegschaften zu schaffen.

Franziska Giffey zeigte sich beeindruckt von der Entschlossenheit der Unternehmen, Lösungsvorschläge zur Beseitigung vieler Mängel in den Abläufen aufzuzeigen und der Politik hier "die Augen zu öffnen“. Die ehemalige Bundesministerin betonte ihren Willen, die Unternehmen aktiv unterstützen zu wollen. Sie verwies zudem auf einige von der Bundesregierung angestoßene Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung wie das Kurzarbeitergeld, das Mietenmoratorium, Zuschussregelungen für die Schaffung bzw. Neubesetzung von Azubi-Stellen oder auch die Ausweitung und Verbesserung der Kita-Betreuung.

Lob mit Einschränkungen für die Konjunkturhilfen

Bei aller Kritik gab es auch Lob. Das Anliegen von Bund und Ländern, die finanziellen Folgen der Pandemie zu lindern, sei es durch die schnelle Auszahlung der Soforthilfe, die nachfolgenden Konjunkturprogramme oder den Digitalpakt, erhielt im Großen und Ganzen viel Anerkennung. Insbesondere Soloselbständige und Kleinbetriebe hätten davon sehr profitiert.  

Und doch wäre so manche Panne durch bessere Planung, Organisation und Rücksprache mit Wirtschaftsverbänden vermeidbar gewesen. Einige Finanzhilfen hätten zu viel Bürokratie produziert und auch die teilweise extrem langen Bearbeitungszeiten wurden für viele Betriebe zur ernsten Belastung, zumal einige Unternehmen komplett durch das Förderungsraster gefallen seien.

Herr Kinast und Herr Bobinski erläuterten an dieser Stelle anschaulich, warum beispielsweise die gutgemeinte Förderprämie für Azubis unzureichend ist: "Eine Ausbildung eines Azubis verursacht im Betrieb einen Aufwand von ca. 50.000 Euro zzgl. der Abstellung von Fachkräften und Strukturierung der Ausbildung zur Praxisunterstützung“, führte der Chef der Innung aus. „Da ist ein einmaliger Zuschuss von 2.000 Euro knapp bemessen und kaum ein Anstoß, zusätzliche Azubis - noch dazu in konjunkturell schwierigen Zeiten - einzustellen. Für bereits ausbildende Betriebe ist die Summe hingegen sicher ein Zeichen der Anerkennung", so die Einschätzung von Sebastian Bobinski.

Auf Interesse stieß der ergänzende Vorschlag von IMW-Vorstand Susan Friedrich: "Möglicherweise wäre ein monatlicher Azubi-Zuschuss während der Ausbildung, ergänzt durch eine Prämie zum gelungenen Abschluss der Ausbildung, eine zielführende Idee? Eine solche Lösung wäre zudem nachhaltiger als eine einmalige Prämie."

Nachhaltigkeit im Tischlerhandwerk

Das Stichwort Nachhaltigkeit im Kontext unternehmerischen Handelns war ein weiterer wichtiger Aspekt der Diskussion. Das Handwerk ist nicht nur einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt, sondern zunehmend auch in Sachen nachhaltiger Produktions- und Arbeitsweise aktiv. Herr Kinast konnte hier mit einigen wichtigen Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit im Bereich des Tischlerhandwerks "punkten". Die überzeugende Aufzählung reichte von konsequenter Anwendung von Solar- und Erdwärme über die Elektrifizierung der Servicefahrzeuge und den Einsatz von Lastenrädern zur kieznahen Versorgung bis hin zu mehr übertariflicher Entlohnung der Belegschaft oder Ausbildung im Verbund mit anderen Betrieben.

Der intensive Gedankenaustausch im Rahmen der Betriebsbesichtigung war ein Gewinn, da waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Wie immer, so endete auch dieser „IMW vor Ort“-Termin mit einem Gruppenbild.

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Die IMW und Franziska Giffey (SPD) zu Besuch in der Tischlerei Blum & Kinast in Blankenburg (Bezirk Berlin-Pankow)
Franziska Giffey I SPD-Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, Sebastian Bobinski I Geschäftsführer, Tischler-Innung Berlin und Ray Kinast I Geschäftsführer, Tischlerei Blum & Kinast sowie Susan Friedrich I Vorstand, IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. (Foto: IMW)
4 BilderIMW Werkstattgespräch I www.blum-kinast.de
IMW Werkstattgespräch I www.blum-kinast.de

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