Berlin, 22.09.2021
Stets geleitet vom Gedanken für IMW-Mitgliedsbetriebe Verbesserungen zu erreichen und vor Ort im Unternehmen zu zeigen, wie das Unternehmerherz schlägt und offen gegenseitige Lösungsvorschläge zu diskutieren, darum geht es im Format der IMW „Wahlprogramm trifft Wirklichkeit“ - Gespräche. Gastgeber war dieses Mal das weltweit tätige Familienunternehmen FUR Wickeltechnologie in Berlin-Lichtenberg. Das Unternehmerehepaar Marion und Hans Rudert begrüßten Kevin Kratzsch, CDU-Bundestagskandidat und IMW-Vorstand Susan Friedrich.
130 Jahre Maschinenbau – Berliner Familienunternehmen in dritter Generation
Mit Stolz blicken Marion und Hans Rudert auf die lange und wechselvolle Unternehmensgeschichte, die sowohl viele Höhepunkte als auch durch politisches Zeitgeschehen verursachte notwendige Umstrukturierungen geprägt ist. Das Familienunternehmen ist auf die Wicklung von Kabeln und Drähten spezialisiert und produziert Maschinen, die in der Elektroindustrie Anwendung finden. Der Erfindergeist von der Gründung durch die Ingenieure Friedrich Rudert und Karl Froitzheim lebt in der dritten Generation fort. Geforscht wird gemeinsam mit Hochschulen und Universitäten beispielsweise im Bereich der Solarenergie und der Entwicklung von Maschinen zur Energiegewinnung aus Windkraft. „Überall kommen unsere Drähte zum Einsatz, vom Toaster bis hin zu Generatoren zur Stromerzeugung. Wir sind weltweit dabei. Das verlangt Leistung auf höchstem Niveau und Fleiß.“, so Hans Rudert.
Pandemie: Lieferengpässe und extreme Preissteigerungen
Kevin Kratzsch stammt aus einer Unternehmerfamilie von Schaustellern, er selbst führt den elterlichen Betrieb fort und spürte in der Pandemie die unmittelbaren Auswirkungen der Maßnahmen sehr deutlich, kann aus eigener Erfahrung nachvollziehen, was es bedeutet, von heute auf morgen, den Betrieb „auf Null“ herunterzufahren. Mittlerweile nimmt die Veranstaltungsbranche wieder an Fahrt auf. Mit großem Interesse erkundigte sich daher Herr Kratzsch, welche Einbußen oder Unwägbarkeiten das Unternehmerehepaar Rudert managen musste. So bereitet Herrn Rudert nach wie vor die Unterbrechung der Lieferketten große Sorgen. Dringend erwartete man beispielsweise Steuerungseinheiten für Maschinen, die teilweise bis zu 20 Wochen Lieferzeit beanspruchten. Die Knappheit von dringend benötigten Elektroteilen verursacht eine „extreme Preisspirale“. Ein weiteres Thema ist die eingeleitete Energiewende. Der Produktionsbetrieb benötigt naturgemäß Strom. Seit Jahren steigen die Energiekosten. Die CDU schlägt vor, die EEG-Umlage abzuschaffen und somit die Aufwendungen für Unternehmen einzudämmen. Dazu sollen die Erträge aus dem Emissionshandel dienen. Zudem will die CDU Photovoltaik-Anlagen fördern. Hier plädiert der Unternehmer Rudert für einen Mix aus Energieträgern.
Fachkräfte, Finanzierungserleichterungen und Gewerbe-(Mieten)
Das Damoklesschwert „Fachkräftemangel“ schwebt weiter. Unternehmer wie Familie Rudert berichten, wie schwer es sei, gerade in ihrer Branche Auszubildende mit guten Voraussetzungen zu finden. Für Frau Rudert ist eine langfristige Bindung von Fachkräften von großer Bedeutung. Auf Nachfrage von Frau Friedrich, ob sich die CDU vorstellen könnte, die Lohnsteuer zu senken, um die Binnennachfrage zu erhöhen und die „pandemischen“ Preissteigerungen abzufedern, hebt Herr Kratzsch hervor, dass die CDU die Lohnzusatzkosten bei maximal 40% halten will. Finanzierungen spielen in Unternehmen eine wichtige Rolle, ob kurzfristige liquide Mittel benötigt oder langfristige Investitionen getätigt werden. Die Entscheidungsdauer von Banken und die zunehmenden Regulierungen hemmen die unternehmerische Entfaltung. Hier sollten Erleichterungen für den Zugang an finanziellen Mitteln weiter forciert werden. Kopfzerbrechen bereitet Herrn und Frau Rudert die Entwicklung der Gewerbemieten und der Privatmieten insbesondere in Metropolen wie Berlin und München, aber auch zunehmend in Mittelstädten wie Dresden oder Leipzig. Diese Sorge teilt Herr Kratzsch. Wie alle in der Gesprächsrunde sieht Herr Kratzsch ebenso, dass „Wohnen“ ein Grundbedürfnis sei, spricht sich klar – auch wie alle Beteiligten - gegen eine Enteignung aus. „Wohnraum muss geschaffen werden.“, so Herr Herr Kratzsch und sieht dafür Lösungen in steuerlichen Anreizen für Vermieter, Umwidmung von leerstehenden Büros und letztlich in der Beschleunigung von Bauprozessen. Unternehmer Hans Rudert bewegt die zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft und wünscht sich ein klares Gegenlenken der Politik.
Der lange und lebendige Austausch endete mit einem Betriebsrundgang. Die IMW hat sich auf die Fahne geschrieben, konkret zu sein: „Auch nach den Wahlen bleiben wir am Ball und drängen auf Antworten der Politik zu Unternehmerfragen. Wichtig ist uns, gemeinsam mit Firmenchefs von IMW-Mitgliedsunternehmen genau zu zeigen, wo die Stellschrauben drücken und was es konkret an Lösungen in kleineren und mittleren Betrieben braucht, um ganz klar Wettbewerbsnachteile zu verhindern und zukunftsfähig zu bleiben.“, schließt Susan Friedrich.
An dieser Stelle ein herzlicher Dank für das anregende Gespräch und die kostbare Zeit sowie die überreichte Firmenchronik.
130 Jahre Maschinenbau – Berliner Familienunternehmen in dritter Generation
Mit Stolz blicken Marion und Hans Rudert auf die lange und wechselvolle Unternehmensgeschichte, die sowohl viele Höhepunkte als auch durch politisches Zeitgeschehen verursachte notwendige Umstrukturierungen geprägt ist. Das Familienunternehmen ist auf die Wicklung von Kabeln und Drähten spezialisiert und produziert Maschinen, die in der Elektroindustrie Anwendung finden. Der Erfindergeist von der Gründung durch die Ingenieure Friedrich Rudert und Karl Froitzheim lebt in der dritten Generation fort. Geforscht wird gemeinsam mit Hochschulen und Universitäten beispielsweise im Bereich der Solarenergie und der Entwicklung von Maschinen zur Energiegewinnung aus Windkraft. „Überall kommen unsere Drähte zum Einsatz, vom Toaster bis hin zu Generatoren zur Stromerzeugung. Wir sind weltweit dabei. Das verlangt Leistung auf höchstem Niveau und Fleiß.“, so Hans Rudert.
Pandemie: Lieferengpässe und extreme Preissteigerungen
Kevin Kratzsch stammt aus einer Unternehmerfamilie von Schaustellern, er selbst führt den elterlichen Betrieb fort und spürte in der Pandemie die unmittelbaren Auswirkungen der Maßnahmen sehr deutlich, kann aus eigener Erfahrung nachvollziehen, was es bedeutet, von heute auf morgen, den Betrieb „auf Null“ herunterzufahren. Mittlerweile nimmt die Veranstaltungsbranche wieder an Fahrt auf. Mit großem Interesse erkundigte sich daher Herr Kratzsch, welche Einbußen oder Unwägbarkeiten das Unternehmerehepaar Rudert managen musste. So bereitet Herrn Rudert nach wie vor die Unterbrechung der Lieferketten große Sorgen. Dringend erwartete man beispielsweise Steuerungseinheiten für Maschinen, die teilweise bis zu 20 Wochen Lieferzeit beanspruchten. Die Knappheit von dringend benötigten Elektroteilen verursacht eine „extreme Preisspirale“. Ein weiteres Thema ist die eingeleitete Energiewende. Der Produktionsbetrieb benötigt naturgemäß Strom. Seit Jahren steigen die Energiekosten. Die CDU schlägt vor, die EEG-Umlage abzuschaffen und somit die Aufwendungen für Unternehmen einzudämmen. Dazu sollen die Erträge aus dem Emissionshandel dienen. Zudem will die CDU Photovoltaik-Anlagen fördern. Hier plädiert der Unternehmer Rudert für einen Mix aus Energieträgern.
Fachkräfte, Finanzierungserleichterungen und Gewerbe-(Mieten)
Das Damoklesschwert „Fachkräftemangel“ schwebt weiter. Unternehmer wie Familie Rudert berichten, wie schwer es sei, gerade in ihrer Branche Auszubildende mit guten Voraussetzungen zu finden. Für Frau Rudert ist eine langfristige Bindung von Fachkräften von großer Bedeutung. Auf Nachfrage von Frau Friedrich, ob sich die CDU vorstellen könnte, die Lohnsteuer zu senken, um die Binnennachfrage zu erhöhen und die „pandemischen“ Preissteigerungen abzufedern, hebt Herr Kratzsch hervor, dass die CDU die Lohnzusatzkosten bei maximal 40% halten will. Finanzierungen spielen in Unternehmen eine wichtige Rolle, ob kurzfristige liquide Mittel benötigt oder langfristige Investitionen getätigt werden. Die Entscheidungsdauer von Banken und die zunehmenden Regulierungen hemmen die unternehmerische Entfaltung. Hier sollten Erleichterungen für den Zugang an finanziellen Mitteln weiter forciert werden. Kopfzerbrechen bereitet Herrn und Frau Rudert die Entwicklung der Gewerbemieten und der Privatmieten insbesondere in Metropolen wie Berlin und München, aber auch zunehmend in Mittelstädten wie Dresden oder Leipzig. Diese Sorge teilt Herr Kratzsch. Wie alle in der Gesprächsrunde sieht Herr Kratzsch ebenso, dass „Wohnen“ ein Grundbedürfnis sei, spricht sich klar – auch wie alle Beteiligten - gegen eine Enteignung aus. „Wohnraum muss geschaffen werden.“, so Herr Herr Kratzsch und sieht dafür Lösungen in steuerlichen Anreizen für Vermieter, Umwidmung von leerstehenden Büros und letztlich in der Beschleunigung von Bauprozessen. Unternehmer Hans Rudert bewegt die zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft und wünscht sich ein klares Gegenlenken der Politik.
Der lange und lebendige Austausch endete mit einem Betriebsrundgang. Die IMW hat sich auf die Fahne geschrieben, konkret zu sein: „Auch nach den Wahlen bleiben wir am Ball und drängen auf Antworten der Politik zu Unternehmerfragen. Wichtig ist uns, gemeinsam mit Firmenchefs von IMW-Mitgliedsunternehmen genau zu zeigen, wo die Stellschrauben drücken und was es konkret an Lösungen in kleineren und mittleren Betrieben braucht, um ganz klar Wettbewerbsnachteile zu verhindern und zukunftsfähig zu bleiben.“, schließt Susan Friedrich.
An dieser Stelle ein herzlicher Dank für das anregende Gespräch und die kostbare Zeit sowie die überreichte Firmenchronik.
Diesen Beitrag teilen über:

Hans und Marion Rudert I FUR Wickeltechnologie GmbH und Susan Friedrich I Vorstand, IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. sowie Kevin Kratzsch I CDU-Bundestagskandidat für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg (Foto: IMW)

Werkstattgespräch I FUR Wickeltechnologie GmbH (Foto: IMW)