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Wildau, 07.07.2022

Forum Mittelstand Landkreis Dahme-Spreewald


Auswirkungen der Corona-Krise und des Ukraine-Kriegs auf die Wirtschaft


Die zu Jahresbeginn noch berechtigte Hoffnung, mit dem Abflauen der Pandemie kehre die Wirtschaft auf einen stabilen Weg der Erholung zurück, zerbarst Ende Februar mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Schnell wurde klar, dass die gegen Russland gerichteten Wirtschaftssanktionen tiefgreifende Auswirkungen auch auf die heimische Wirtschaft haben würden. Insbesondere die jetzt eingeleiteten Schritte, um Deutschland und Europa von russischen Öl- und Gaslieferungen weitgehend unabhängig zu machen, werden weitreichende Folgen für die Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes haben. Die drastischen Erhöhungen der Preise von Energie und Rohstoffen bereiten schon jetzt große Sorge. Gemeinsam mit Veranstaltungspartnern lud die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH daher am 30. Juni 2022 nach Wildau zur zweiten Veranstaltung des „Forum Mittelstand LDS 2022“, um den regionalen Unternehmerinnen und Unternehmern die Möglichkeit zum Austausch zu bieten und einen Ausblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu wagen.

Die Folgen des Ukraine-Kriegs sind weltweit spürbar

Begrüßt wurden die Anwesenden durch Jens Warnken, Geschäftsführer der airkom Druckluft GmbH, in deren Räumlichkeiten die Veranstaltung stattfand. Melanie Vogelbach, Leiterin des Bereichs Internationale Wirtschaftspolitik / Außenwirtschaftsrecht beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), gab in ihrem Impulsvortrag zunächst einen Überblick über die Unsicherheiten, durch die das weltwirtschaftliche Umfeld aktuell geprägt ist. Neben höheren Kosten für Energie, Rohstoffe und Vorleistungen machten Unternehmen demnach vor allem auch Staus vor wichtigen Containerhäfen zu schaffen. Doch auch der Fachkräftemangel stellt neben den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen Unternehmen im LDS vor zunehmende Herausforderungen. Insbesondere in Industrie, Bau und Handel sind die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate daher von Pessimismus geprägt, wie Umfragen zeigen.

Brüchige Lieferketten und Fachräftemangel verschärfen die Krise

In der anschließenden, von Susan Friedrich (Vorstand der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V.) moderierten Podiumsdiskussion berichteten Unternehmensvertreterinnen und -vertreter vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen von ihren Erfahrungen. Unter ihnen waren Karsten Wagner (Direktor Firmenkunden bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse MBS), Gabriele Köntopp (Geschäftsführerin der Bürgschaftsbank Brandenburg), Michael Raschemann (Geschäftsführer der Energiequelle GmbH) sowie Jens Warnken (Geschäftsführer der airkom Druckluft GmbH und Präsident der IHK Cottbus). Letzterer äußerte sich zum Problem langer Lieferzeiten für Ersatzteile. Bis zu 240 Tage seien mittlerweile keine Seltenheit, während früher 14 Tage üblich gewesen seien. Wichtig sei es daher, so Jens Warnken, sich zu vernetzen und gegenseitig auszuhelfen, um Engpässe zu überbrücken. Ein Appell, dem Melanie Vogelbach ausdrücklich zustimmte. Multilateralismus sei das Gebot der Stunde. IMW-Vorstand Susan Friedrich bilanzierte abschließend: „Wie schon während der Pandemie erweist sich kluge Netzwerktätigkeit in Krisenzeiten als elementar, um handlungsfähig zu bleiben und beispielsweise die Versorgung mit Ersatzteilen zu gewährleisten. Mindestens ebenso große Sorge bereitet jedoch der sich aktuell weiter verschärfende Mangel an Fachkräften sowie an Personal insgesamt. Die Akteure auf dem Arbeitsmarkt sind dringend gefordert, noch stärker als bislang Konzepte zu entwickeln und Anreize zu schaffen, um zumindest eine Trendwende einzuleiten. Das System der Just-in-Time-Logistik muss wohl überdacht werden.“ Im Anschluss an die Podiumsdiskussion hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit für individuelle Gespräche.

Die nächste Veranstaltung des „Forum Mittelstand LDS“ findet am 15. September 2022 um 18 Uhr in der Kulturkirche Luckau statt. Gemeinsam mit den Gästen möchten die Veranstalter untersuchen, mit welchen digitalen Lösungsansätzen rund um „Breitband, 5G, KI & Co“ den Herausforderungen ländlicher Räume wirksam begegnet werden kann. Das Programm und ein Anmeldeformular finden Interessierte hier.

Das „Forum Mittelstand LDS“ durchleuchtet seit 2006 in jährlich vier Veranstaltungen praxisnah mittelstandsrelevante Themen. Die Veranstaltungsreihe ist ein partnerschaftliches Projekt der Wirtschafts-förderungsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH (WFG), des Landkreises Dahme-Spreewald (LDS), der Technischen Hochschule Wildau, der Handwerkskammer Cottbus (HKW), der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK), der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. (IMW e.V.), der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB), der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS), der Spreewaldbank eG und der Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH. Unterstützt wird sie von der Märkischen Allgemeinen Zeitung und der Lausitzer Rundschau als Medienpartner.

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Auswirkungen der Corona-Krise und des Ukraine-Kriegs auf die Wirtschaft
Die Referenten und Referentinnen gaben bei der zweiten Veranstaltung des „Forum Mittelstand LDS 2022“ Ein- und Ausblicke zu den Folgen der Corona-Krise und des Ukraine-Kriegs (v.l.n.r.): Karsten Wagner (Mittelbrandenburgische Sparkasse), Gabriele Köntopp (Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH), Jens Warnken (airkom Druckluft GmbH / IHK Cottbus), Susan Friedrich (IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V.), Melanie Vogelbach (DIHK e.V.) sowie Michael Raschemann (Energiequelle GmbH). Foto: Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V.
1 BildForum Mittelstand LDS in Wildau I www.airkom24.de I airkom Druckluft GmbH
Forum Mittelstand LDS in Wildau I www.airkom24.de I airkom Druckluft GmbH
Flyer - Forum Mittelstand LDS 2022

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