Zu Gast bei der Notfall-Apotheke der Welt (Action Medior - die Notfallapotheke der Welt) im Ortsteil Vorst.
Mehr als 60 Unternehmer*innen waren interessierte Teilnehmer zum Thema Unternehmensnachfolge.
Zahlreiche Stolperfallen, auch jenseits juristischer und steuerlicher Themen, sind zahlreich auf dem Weg der Nachfolge bei KMUs - auch am Niederrhein.
Ein Dickhäuter war das Leitmotiv des Abends. „Was hat ein Elefant mit Unternehmensnachfolge zu tun?“
Diese Frage stellte Holger Latzel, Referent beim vierten Forum Mittelstand in diesem Jahr, in den Raum – und beantworte sie gleich selbst anhand einer anschaulichen Zeichnung: Mehrere Personen mit verbundenen Augen befühlen das große Tier an ganz unterschiedlichen Stellen. Alle Nachfolge-Beteiligten – ob Übergeber, Übernehmer, Mitarbeiter, Kunden oder Banken – „haben eine
völlig andere Perspektive auf das Unternehmen“, so der Kempener Steuerberater Latzel, der kenntnisreich und detailliert gelungene Nachfolgeregelungen innerhalb und ausserhalb von Familienbetrieben beschrieb. Unterschiedliche, praxisbezogene Beispiele für die emotionalen und faktischen Klippen, gerade bei der Nachfolge in Familienunternehmen, wurden klar benannt. Ergebnis: speziell in solchen Fällen schwankt die Unterstützung permanent zwischen Sozialarbeit, Mediation, Psychologie, Rat und Tat.
" Eher ein Marathon als eine Kurzstrecke", so Holger Latzel.
Udo M. Strenge, Vorstand der IMW e.V., beschrieb die aktuelle Situation an der "Nachfolgefront".
"Die Unternehmensnachfolge gehört zu den wichtigen Themen der deutschen Wirtschaft.
Folgende Zahlen sprechen für sich: mehr als 40% der KMU's müssten ihr Unternehmen in naher Zukunft übergeben.
Aber nur wenige Betriebe haben eine Nachfolge innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre bereits geplant oder in Teilen vorbereitet.
Die Übergaben innerhalb der Familen weist eine starke Abwärtsbewegung auf, Betriebsnachfolgen von Mitarbeitern oder von Branchenteilnehmern steigen in der Bedeutung leicht an, Investorenmodelle sind selten. Eine grosse Anzahl von Betrieben wird wohl, einerseits wegen mangelnder Vorbereitung, wg div. Unglücksfälle an Leib und Leben, oder an verpassten Marktchancen durch zu langes Festhalten der Gründergeneration scheitern.
Ein enormer Verlust an Werten und auch Probleme bei der Abdeckung von Kundenbedürfnissen sind die Folge".
Bei der anschließenden Diskussion in den Räumen von action medeor in Tönisvorst berichtete die aktuelle Nachfolgerin Franziska Lynders-Kox, wie sie bei dem Prozess von der WFG beraten und unterstützt worden ist. Spontan meldete sich ein Unternehmensnachfolger aus dem Publikum und schilderte seine Erfahrungen. Sein Tipp: „Austauschpartner in ähnlicher Situation finden. Bei Unternehmensverbänden - hier die Familienunternehmer e.V. oder Institutionen wie die anwesende IMW e.V.“ Eine langjährige Unternehmerin, die ebenfalls im Publikum saß, erzählte von ihren Sorgen, dass sie weder neues Personal noch Nachfolger finden würde.
Mathias Brockmann von der Nachfolgeberatung der WFG sicherte Unterstützung zu.
Die letzte Veranstaltung der Reihe Forum Mittelstand Niederrhein 2025 findet am 18. November, 18 Uhr, in Willich statt. Im Stahlwerk Becker lautet die Überschrift „Gewerbepark Elmpt – Chancen für den Kreis Viersen“
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