Bereits vor dem Antritt der sog. "Ampelregierung" aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP 2021, waren aufgrund jahrelanger Studien und internationaler Abkommen ( Kyoto-Protokoll, etc. ) wichtige Rahmenbedingungen zur sog. CO² Neutralitätsvorgabe beschlossen und als notwendig angesehen.
Die damalige Bundesregierung nahm die Herausforderungen des sog. Green Deals an und beschloss weitreichende Massnahmen, um die internationalen Ziele ( u.a. ab 2035 Verbrennerverbot bei KFZ-Neuzulassungen, starke Reduzierung des Einsatzes von fossilen Brennstoffen, damit CO² Neutralität 2040/45, u.v.m. ) gemäß dem Pariser Abkommen 2015, umzusetzen. Ein wichtiger Baustein hierbei war die Sicherung von grünen Energieträgern, wie Wasserstoff, bei energieintensiven Industrieprozessen und auch Mobilität über weite Distanzen, neben reinem Elektroantrieb, beim Mittelstrecken- und Individualverkehr.
H² - worüber genau sprechen wir ?
Es gibt verschiedene Stufen bei der Erzeugung von H²:
Grüner Wasserstoff
• Herstellung: Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien (z. B. Wind, Sonne).
• CO₂-Bilanz: Nahezu emissionsfrei sowie weitere H² Varianten gestaffet nach weniger nachhaltiger Wirkung ( und steigender CO² Belastung ):
Blauer Wasserstoff
Oranger Wasserstoff
Weisser Wasserstoff
Schwarzer/brauner Wasserstoff
Ziel der Politik war also, bis zu den benannten Stichtagen, durch Einsatz von Programmen, Investitionssubventionen etc., eine strikte schrittweise Reduzierung der CO² Werte und Kosten bei der Mobilität ( PKW-,Bahn-, Schiffs, Lastverkehr, aber auf Sicht auch Flugverkehr ) und Industrieproduktion analog der internationanlen Vereinbarungen verlässlich zu erzielen.
Dazu diente auch das Sondervermögen und Einzelsubventionen zum Netzausbau ( > Windstrom von der Nordsee nach Bayern ).
Folge: vorübergehende Kostenproblematik in der Investitionsphase, deutlich gesunkene Energie- und Umweltkosten in der nachhaltigen Nutzung.
Die ersten Erfolge hierbei wären schrittweise sinkende Stromkosten, das Instrument des besonders kalkulierten Industriestroms trotz Steigerung des CO² Preises für fossile Energie ab 2026 ( EU Beschluss ), geringere Abgaben, trotz entsprechendem Verbrauch in der gewerblichen, wie individuellen Nutzung von Wärme, wie Mobilität.
"Die CO² Steuer in Deutschland steigt stetig: von45 €/Tonne ( 2024 ) und 55,- €/Tonne 2025 stetig bis 65,-€/Tonne bis 2027. Ab 2028 löst ein europäischer Emissionshandel den nationalen Preis ab, wodurch die Kosten durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden und voraussichtlich weiter ansteigen. Der Preis wirkt sich auf Heizöl, Gas, Benzin und Diesel aus und soll Anreize für Klimaschutzmaßnahmen schaffen, wobei die Einnahmen in den Klima- und Transformationsfonds fließen.
Ab 2028 löst dann ein europäischer Emissionshandel den nationalen Preis ab, wodurch Kosten durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden und voraussichtlich weiter ansteigen. Der Preis wirkt sich auf Heizöl, Gas, Benzin und Diesel aus und soll Anreize für Klimaschutzmaßnahmen schaffen, wobei die Einnahmen in den sog. Klima- und Transformationsfonds fließen. " Quelle: DPA, 12.12.2024.
Daher seinerzeit das Motto: der Staat investiert die beschlossenen Investitionsprogramme, Wirtschaft und Bevölkerung profitieren nachhhaltig, Jahr für Jahr schrittweise intensiver. Durch entsprechende Wirtschaftsleistung armortisieren sich die eingesetzten Subventionen.
Aktuelle Erneuerungen 2024/2025/ff :
nach den Wahlen 2024 gestaltet sich Regierungshandeln nunmehr mit geänderten Prioritäten.
Begründung: Aktuelles Wirtschaftswachstum in Gefahr.
Nach den Beschlüssen und Plänen der neuen Wirtschaftministerin, Katharina Reiche, wird die Transformation hin zur 100%igen Klimaneutralität in der Energieversorung deutlich abgebremst, um die schwächelnde Konjunktur und Wirtschaftslage zwischenzeitlich zu stabilisieren.
1. Verbrenner-Aus: EU-Ziel 2035 wird politisch neu verhandelt.
Medien berichten über ein EU-„Auto-Paket“, das statt eines faktischen Neuzulassungs-Stopps für Verbrenner, eine Flotten-Logik mit Restquoten / Ausgleichsmechanismen diskutiert (z. B. 90 % Reduktion statt 100 %).
Konsequenz für Wasserstoff:
Wasserstoff wird dadurch im PKW-Massenmarkt eher nicht automatisch Gewinner – aber er bleibt ein strategischer Baustein für Schwerlast, Industrie und Energiesystem. Denn selbst wenn Verbrenner-Regeln gelockert werden, bleibt die Herausforderung bestehen: klimaneutrale Moleküle für Chemie, Stahl, Hochtemperaturwärme und Teile des Verkehrs.
2. Fossile Brennstoffe – speziell Gas –
Gas bleibt der zentrale Referenzpreis – und der wirtschaftliche Hauptkonkurrent von Wasserstoff. Die wirtschaftliche Hürde der Wasserstoffwirtschaft ist weniger „Technik“, sondern oft die Preisrelation zu Erdgas. Solange Gas (inkl. Infrastruktur) günstig verfügbar ist, wirkt H₂ – insbesondere grüner H₂ – für viele Anwendungen als Mehrkosten-Technologie. Aber der CO₂-Preis verschiebt die Kalkulation schrittweise. Das verteuert fossile Brennstoffe (Heizen/Industrie/Verkehr) und verbessert mittelfristig die relative Wettbewerbsfähigkeit von klimafreundlichen Alternativen.
Politischer Effekt:
CO₂-Bepreisung ist ein marktwirtschaftlicher Hebel, aber in der Übergangsphase werden zusätzlich bei H² Subventionen/Abnahmegarantien relevant, weil der kostentechnische Abstand zwischen Gas und grünem Wasserstoff weiterhin groß sein kann.
3. Infrastruktur-Realität 2024/2025 – H₂-Kernnetz & Tankstellen
2024 genehmigt sind aktuell rund 9.040 km Leitungen, davon etwa 60 % Umstellungen bestehender Erdgasleitungen; geschätzte Investitionen 18,9 Mrd. €. als zentraler Baustein, damit Produktion, Import und Industrie-Abnahme zusammenfinden.
Risiko:
Wenn Infrastruktur zu langsam gelingt, kann es trotz vieler Produzenten zu einem „Quasi-Monopol“ über Engpässe kommen (wer den Anschluss hat, gewinnt).
Im Bereich öffentlicher Wasserstofftankstellen wird das Tankstellen-Netz in Deutschland "konsolidiert": z.B. H2 MOBILITY schließt kleinere 700-bar-Stationen und baut stärker auf 350-bar-Betankung für Nutzfahrzeuge. Der Fokus verschiebt sich hin zu Bussen/LKW/Flottenknoten.
Das führt zum Wandel > Marktlogik der Wasserstoffwirtschaft - einzelne, private lokale H² Tankstationen verschwinden,grosse H² erzeugende Anbieter erhöhen Marktanteile.
4. Risiken, Perspektiven:aktuell werden weltweit zahlreiche grüne Wasserstoffprojekte verschoben, verkleinert oder gestrichen – Hauptgründe: noch sehr hohe Kosten, unsichere Abnahme, Förder-/Regulierungsrisiken. Das ist kein „Scheitern“ der Technologie, sondern ein Hinweis: ohne gesicherte Nachfrage (Stahl, Chemie, Transport, Wärme) und ohne passende Infrastruktur, wird die Umsetzung verzögert.
Perspektive:
● Grüner Wasserstoff bleibt strategisches Ziel, aber es braucht stärkere Nachfragesignale.
● Brückentechnologien (blau/türkis/biogen) werden politisch stärker diskutiert, da politisch Versorgungssicherheit und Industriepreise im Vordergrund stehen, durchaus nachvollziehbar.
5. Konsequenz für KMU's und Verbraucher:
Das klar formulierte Ziel, die aktuelle Wirtschaftslage pragmatisch auch über den Energiemarkt zu stabilisieren und zu verbessern,
wird die Transformation hin zur 100%igen Klimaneutralität in der Energieversorung verzögern.
Die aktuelle Lage der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands ( und der EU ) fordert hier ihren Tribut.
Es wurden zwar sog. Sondervermögen seitens der neuen Regierung ( auch in der Energieinfrastruktur und - Erzeugung ) gesetzlich verankert, aber lt. Medien werden die Sondervermögen haushaltstechnisch aktuell teilweise haushaltsstabilisierend bewertet und verwertet.
Problem: geringere als erhoffte Investitionsmittel, dadurch trifft die Kleinbetriebe und die privaten Haushalte die CO² Steuermehrbelastung ab 2026 bereits mit voller Breitseite, und entwickelt sich in den folgenden Jahren inflationstreibend weiter. Priorität hat der industrielle Komplex.
Hierbei sollte, nach Auffassung von KMU-Vertretungen, noch einmal ausgleichend nachjustiert werden. Denn auch der KMU-Sektor wirkt konjunkturfördernd, auch bei Beschäftigungszahlen und regionaler Steuerleistung ( Kommunen ).
Damit stabilisierend für den sozialen Zusammenhalt in den Regionen. Deutschland ist nicht nur eine Exportnation im internationalen Wettbewerb, sondern entwickelt traditionell auch immer wieder wirtschaftliche Kraft aus der sog. "Binnennachfrage".

