Brennendes Thema Unternehmensnachfolge

Wer zu lange wartet, den bestraft das Leben

10
Januar2018

Prof. Dr. Holger Wassermann, Lehrgebiet für Rechnungswesen und Controlling an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management in Berlin, versteht sich als Mutmacher und Aufklärer. Seine Erfahrung: Handwerksmeister, die sich mit dem Gedanken tragen, einen Betrieb zu übernehmen oder an die nächste Generation weiterzugeben, "fühlen sich mit der Situation oftmals überfordert. Dabei ist die Problematik zwar komplex, aber lösbar." Diese Botschaft will Wassermann in der Informationsreihe "Meisterwissen", die die Tischler-Innung Berlin gemeinsam mit der IMW ins Leben gerufen hat, den Teilnehmenden vermitteln - und zugleich Alarm schlagen. Denn fest steht: "Der Zeitpunkt für die Regelung der Unternehmensnachfolge könnte aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der derzeit noch niedrigen Zinsen nicht besser sein." Wer zu lange zögert, so Prof. Wassermann, verliert Geld, denn der demographische Wandel und der gerade in den ostdeutschen Ländern schwierige Nachfolgemarkt wird die Bedingungen künftig deutlich erschweren.  

Die aktuellen Zahlen stützen die Argumentation des renommierten Fachmanns, welcher auch Geschäftsführer der INTAGUS GmbH ist, die sich auf die Unternehmensnachfolge im Mittelstand spezialisiert hat. Statistiken der Kreditanstalt für Wiederaufbau belegen, dass bis zum Jahr 2018 in bis zu 17% der mittelständischen Unternehmen die Übergabe oder der Verkauf der Firma ansteht. Das sind rund 620.000 kleinere und mittlere Unternehmen. Den übergabewilligen Unternehmern stehen jedoch zu wenige potentielle Nachfolger gegenüber. Ein Missverhältnis, das sich durch den Rückzug der Baby-Boomer-Generation aus dem Erwerbsleben in den kommenden 20 Jahren drastisch verschärfen wird. Und eine Entwicklung, die für den Arbeitsmarkt wie für die Wirtschaft insgesamt weitreichende, mutmaßlich negative Folgen haben wird.
 
Aktuell bietet diese Situation für Alt-Gesellen und angestellte Meister die günstige Chance, den Traum von der Selbständigkeit zu realisieren. Ernst stellt sich die Situation hingegen laut Prof. Dr. Wassermann für Firmenchefs im Alter über 50 dar. In seinen Vorträgen und Seminaren erläutert er anschaulich und praxisnah, warum ein Hinauszögern der Nachfolgeregelung die Gefahr birgt, dass der erhoffte finanzielle Ertrag weit niedriger ausfällt als erhofft. Übergebern wie Nachfolgern rät Prof. Wassermann, Übernahme wie Führungswechsel langfristig, d.h. über mehrere Jahre hinweg vorzubereiten. Gesellen sind gefordert, die Meisterprüfung in den Blick zu nehmen und sich kaufmännisches Know-how anzueignen.

Firmeninhaber hingegen müssen die Bereitschaft und Offenheit entwickeln, den Übergabeprozess aktiv zu steuern und das Unternehmen betriebswirtschaftlich auf Vordermann zu bringen. Controlling, Bilanzen, Marketing - für viele Inhaber kleiner Betriebe sind das, so die Erfahrung von Prof. Dr. Wassermann, "moderne Fremdworte, die Angst machen und die Übergabe als unbezwingbaren Berg erscheinen lassen". Er hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die am Prozess einer Unternehmensnachfolge Beteiligten zu ermutigen, das Thema anzugehen, ihnen nützliche Wegweisung zu geben und das weitere Vorgehen Schritt für Schritt zu erläutern. Oder anders ausgedrückt:  Prof. Dr. Wassermann vermittelt "Meisterwissen", damit Sie es "besser wissen"... 


Veranstaltungshinweis MEISTERWISSEN:
Frühstücksseminar am 18.01.2018 von 8.30 Uhr bis 9.30 Uhr, Unternehmensnachfolge- mal anders aufbereitet
Prof. Dr. Holger Wassermann ist ausgewiesener Fachmann sowohl für Rechnungswesen und Controlling an der FOM Hochschule als auch für Unternehmensnachfolge als Geschäftsführer der INTAGUS GmbH.
 

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