Diskussion um die Frage:

Wie gewinnt man die richtigen Kunden und zugleich auch selbst mehr Lebensqualität?

08
Juni2018

Wie kann man sein Unternehmen im Wettbewerb positiv differenzieren und sich dabei dennoch treu bleiben? Und wie gewinnt man Kunden, vor allem die richtigen? Über diese Fragen diskutierten die Gäste des dritten Abends im Rahmen des sechsten „Forum Mittelstand Niederrhein“, initiiert und organisiert vom Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) in Kempen gemeinsam mit der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. (IMW) und einigen Kooperationspartnern.

Im Rathaus Nettetal hatte Christoph Kamps von der Wirtschaftsförderung der Stadt die rund 60 Gäste zu einem informativen Abend begrüßt, zu dem Rainer Kratzmann von der Marketingberatung GOOD WORKS das Impulsreferat hielt. Karin Drabben, selbständige Unternehmerin mit Sitz im TZN Kempen und und Leiterin der Geschäftstelle Niederrhein der IMW e.V., moderierte den Abend, der unter dem Motto stand: „Die Sog-statt-Druck-Strategie oder: So gewinnen Sie die richtigen Kunden und mehr Lebensqualität“.
Wer im starken Wettbewerb steht, Preisdruck empfindet, die falschen oder zu wenig Kunden hat, erfuhr an diesem Abend, was er tun kann, um Grundlegendes zu ändern. Dabei auch noch eine höhere Wertschätzung für die eigenen Leistungen zu erhalten, sein Angebot an den Markt attraktiver zu gestalten und damit auch leichter verkaufen zum können, war die besondere Aufgabenstellung dieses Abends. Der stellten sich auf dem Podium Holger Aretz, Inhaber der P3 Creation Group in Kempen, und Ralf Stobbe, Geschäftsführer der Firma „Suthor Papierverarbeitung GmbH & Co. KG“ aus Nettetal.

Eine Frage der Firmenphilosophie

Rainer Kratzmann forderte die Unternehmer aus der Region auf, sich vor allem intensiv Gedanken über die Werte und die Ziele des Unternehmens zu machen, das Unternehmen authentisch und differenziert zu den Mitbewerbern aufzustellen, um sich unterscheidbar zu machen. Sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und diese gemeinsam mit engagierten Mitarbeitern auszubauen, sei die Aufgabe. Die eigenen Mitarbeiter gelte es, stärker zu motivieren und emotional in das Unternehmen einzubinden. Es wurde festgestellt, dass lediglich 15 Prozent der Mitarbeiter wirklich ein sehr starkes Engagement für ihren Betrieb zeigten. 85 Prozent aber eher weniger bis gar nicht aktiv engagiert seien. Dadurch entstehe in Deutschland ein Schaden von 105 Milliarden Euro, vor allem durch Kranken-oder Fehltage anderer Art.

Unternehmensziele festlegen und gestalten

Nur das Bestreben, Geld zu verdienen, sei für einen Unternehmer zu wenig. „Gewinn mit Sinn“ sei wichtig. Begriffe wie Indentität des Unternehmens, Respekt und Fairness, Verantwortungsgefühl gegenüber Umwelt, Natur und Kunden seien neben der Produktqualität, der Schnelligkeit, Innovation und Emotion für den Erfolg des Unternehmens, aber auch für die eigene Lebensqualität und die persönliche Zufriedenheit außerordentlich bedeutsam, betonte Kratzmann. Freude bereiten und die Welt bunter zu machen, könne Erfüllung neben dem reinen Gewinnstreben bringen. „Jedes Unternehmen trägt alles in sich, seine Stärken zu nutzen, sich von Mitbewerbern unterscheidbar und damit erfolgreich zu machen. Achten Sie stets auf Ihre Gedanken, Sie werden Ihr Schicksal“, unterstrich der Marketingexperte.

Eigenes Profil schaffen und bewahren

In der Diskussion wurde deutlich, dass es in Zeiten, in denen Onlineriesen wie Amazon die Märkte bestimmen, für viele Mittelständler sehr schwierig ist, sich zu behaupten und auch in Zukunft erfolgreich bestehen zu können. Umso wichtiger sei es, sich immer wieder neu aufzustellen und sich ein eigenes Profil zu schaffen und zu bewahren.
 
Forum Mittelstand in Nettetal: (v. l.n.r.) Die beiden Podiumsteilnehmer Holger Aretz und Ralf Stobbe, TZN-Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski, Moderatorin Karin Drabben (IMW) und Rainer Kratzmann, der das Impulsreferat hielt. (Foto: Jürgen Karsten)
 

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