"App auf Rezept"

Gute Besserung aus dem Netz? Was bedeutet die Digitale Gesundheit für mich und meinen Betrieb?

14
Juni2018

Mit Auszügen des SPIEGEL Artikels „App auf Rezept“ eröffnete IMW Vorstand, Udo M. Strenge, die zweite Veranstaltung des Mittelstandsforums Metropol:

„Das Flugzeug war gerade gestartet, als ein Passagier das Bewusstsein verlor. Eric Topol zog sein Smartphone aus der Tasche und leitete damit ein EKG ab.“ (SPIEGEL, Nr.29, 15.07.2017, S. 67)

Telemedizin, digitale Patientenakte, Gesundheitsapps - jeder kennt die Schlagworte, aber niemand weiß so ganz genau, wie der aktuelle Stand der Entwicklung ist. Die gut besuchte Veranstaltung im imposanten Gebäude der 50 Hertz Transmission GmbH in der Berliner Heidestraße zeigte, wie groß das Interesse an diesem weitreichenden, höchst sensiblen Thema ist.

Ein Referent der klaren Worte

Dirk Heidenblut, Mitglied des Deutschen Bundestages und dessen Gesundheitsausschusses, gab den zahlreich erschienen Unternehmern sehr kenntnisreich und anschaulich einen Überblick und beantwortete die vielfältigen Fragen. Fest steht, die Zukunft der digitalen Patientenakte ist abhängig von dem bei weitem noch nicht erreichten flächendeckenden Ausbau des Breitband-Netzes. Andere Voraussetzungen für die Digitalisierung des Gesundheitswesens sind bereits weit gediehen: Die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI), die spezielle, sichere Datenautobahn für die Gesundheitsdaten steht.

Und immer wieder die Frage nach der Datensicherheit

Das E-Health-Gesetz sieht vor, dass zum 31.12.2018 alle Praxen an die TI angeschlossen sein müssen. Die elektronische Patientenakte im Scheckkartenformat steckt hingegen längst noch nicht im Lesegerät. Zu groß sind die Bedenken in Sachen Datensicherheit. Anders als bei Krankenkassen und Industrie existieren bei Ärzten, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Verbraucher- und Datenschützern weiterhin Vorbehalte.

Lösung in Sicht

Die Datensicherheit soll in der Form erhöht werden, dass eine Autorisierung ausschliesslich durch den betreuenden Arzt und den zu behandelnden Patienten die elektronische Patientenakte öffnen lässt bzw. Daten abgerufen und bearbeitet werden.
Die gute Nachricht für Unternehmen ist, dass im Zuge einer künftigen Umstellung keine zusätzlichen Kosten entstehen. Anders sieht es bei den beteiligten Unternehmen der Gesundheitsbranche aus, wie z.B. Apotheken.

Chance für Unternehmer

Ein möglicher Vorteil der Telemedizin aus unternehmerischer Sicht: Fehlzeiten könnten verringert werden. Wartezeiten in Arztpraxen könnten wegfallen. Betriebliches Gesundheitsmanagement kann somit stärker professionalisiert und durchgeführt werden. Allerdings muss der Zugriff auf telemedizinische Angebote innerbetrieblich geregelt werden. Alles in allem unterstrich die interessante Veranstaltung einmal mehr die nicht überschätzbare Bedeutung des Datenschutzes und die fortschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft. Telemedizin - ein Thema, mit dem sich jeder, innerhalb und außerhalb der Unternehmen, schon sehr bald und sehr intensiv wird auseinandersetzen müssen. 
 
Das Auditorium stellte zahlreiche Fragen an den Referenten Dirk Heidenblut (MdB), insbesondere die Frage nach der Datensicherheit sowie über die aktuelle Entwicklung von Telemedizinangeboten waren von Interesse.
 
v.l.n.r. Prof. Holger Wassermann (FOM Berlin), Udo M. Strenge (IMW Vorstand), Dirk Heidenblut (MdB), Susan Friedrich (IMW Vorstand (Vorsitz), Cedrik Lutz (Leiter FKU Geschäftsstelle Berlin)
 

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