Die IMW lichtet den Info-Dschungel

Was UnternehmerInnen in der Corona-Krise jetzt unbedingt wissen müssen

17
März2020

Liebe IMW-Mitglieder,
der neuartige Corona-Virus ist eine nie dagewesene Herausforderung, insbesondere für die mittelständische Wirtschaft. Wir möchten Sie unterstützen und Ihnen die wichtigsten Informationen an die Hand geben, damit Sie einen kühlen Kopf bewahren können und gute Chancen haben, das eigene Unternehmen samt Belegschaft sicher durch die Krise zu führen. Die drei wichtigsten Fragen aus UnternehmerInnensicht lauten: Wann, wo und wie erhalte ich staatliche Unterstützung, um die Folgen der Corona-Pandemie zu mildern?

Hier eine Übersicht der wichtigsten Informationen (wird fortlaufend aktualisiert):


Wann kann ich Kurzarbeitergeld beantragen?

Das von der Bundesregierung vergangene Woche beschlossene Hilfspaket umfasst neben wirtschaftspolitischen Maßnahmen die Neuregelung des Kurzarbeitergeldes. Der Staat will Unternehmen finanziell helfen, um die Arbeitsplätze der MitarbeiterInnen zu sichern.
Der Antrag kann gestellt werden, wenn durch die negative wirtschaftliche Entwicklung, wie jetzt durch die Corona-Krise, mindestens zehn Prozent der Beschäftigten durch den Arbeitsausfall von Brutto-Gehaltskürzungen von mehr als zehn Prozent pro Monat betroffen und alle Möglichkeiten wie Urlaub, Überstundenabbau und Home-Office ausgeschöpft sind.

Die Bundesagentur für Arbeit beantwortet über ihre Hotline von Montag bis Freitag, in der Zeit von 8 - 18 Uhr, alle Fragen: 0800 45555 20

Leitfaden zur Beantragung des Kurzarbeitergeldes - Bundesagentur für Arbeit (Link)

Achtung: Vor der Beantragung muss die Kurzarbeit beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur am Firmensitz schriftlich angezeigt werden. Das kann mit diesem Vordruck der Bundesagentur für Arbeit (Link) erledigt werden.


Wo muss der Antrag auf Kurzarbeitergeld gestellt werden?
Bei der nächstgelegenen Arbeitsagentur. In einem Video auf der Internetseite der Arbeitsagentur (Link) wird die Beantragung näher erklärt.

Ist der Antrag gestellt, wird er laut Arbeitsagentur zügig bearbeitet. Das Kurzarbeitergeld wird bis zu einem Jahr gezahlt. Die Höhe der Förderung bemisst sich am Gehalt des Einzelnen. Es werden 60 Prozent des ausgefallenen Gehalts gezahlt. Die Bundesagentur übernimmt bis auf weiteres auch die gesamten Sozialversicherungsbeiträge für die Ausfallzeiten.


Wie erhalte ich Unterstützung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und landeseigene Förderbanken?

Es gelten bislang die bestehenden Regelungen: Unternehmen, Selbständige und Freiberufler können bei Banken und Sparkassen KfW-Kredite (Link) erhalten. Die KfW hat eine Info-Hotline geschaltet: 0800 539 9001.

Die am 06.04.2020 von der Bundesregierung beschlossenen Nachbesserungen sollen Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten stützen. Die KfW arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, dass Unternehmen in kürzester Zeit die KfW-Corona-Hilfen beantragen können:

KfW-Schnellkredit für den Mittelstand:
  • Förderkredit für Anschaffungen und laufende Kosten
  • für Unternehmen mit 11 bis 249 Mitarbeitern, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind
  • Max. Kreditbetrag: bis zu 3 Monatsumsätze des Jahres 2019
  • Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten erhalten max. 500.000 Euro
  • Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten erhalten max. 800.000 Euro
  • Zinssatz von aktuell 3,00 % p.a.
  • 10 Jahre Laufzeit
  • 100 % Risikoübernahme durch die KfW
  • keine Risikoprüfung durch Ihre Bank
  • Voraussetzung: Es wurde zuletzt ein Gewinn erwirtschaftet – entweder 2019 oder im Durchschnitt der letzten 3 Jahre
Bitte informieren Sie sich auf nachfolgender Internetseite der KfW (Link).

Weiterhin stehen Förderprogramme bereit:

Der KfW-Unternehmerkredit richtet sich an Unternehmen, die bereits länger als fünf Jahre am Markt sind. Die Zielgruppe sind Freiberufler und kleine gewerbliche Unternehmen wie Einzelhändler, Taxifahrer oder Restaurantbesitzer mit bis zu 50 Beschäftigten. Der maximale Jahresumsatz darf zehn Millionen Euro betragen.

Der ERP-Gründerkredit richtet sich an junge Unternehmen, die weniger als fünf Jahre am Markt sind. Zielgruppe sind hier gewerbliche mittelständische Unternehmen und Freiberufler, deren maximaler Umsatz nicht höher als 500 Millionen Euro ist.

Der KfW-Kredit für Wachstum richtet sich an Unternehmen, die in den Bereichen Innovation und Digitalisierung tätig sind. Antragsberechtigt sind alle Unternehmen mit einem Umsatz von fünf Milliarden Euro.


Welche Fördermöglichkeiten bieten die Landesbanken?

In den einzelnen Bundesländern stehen unterschiedliche Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Die Angebote reichen von Liquiditätskrediten und Universalkrediten bis hin zu Akut-Krediten und Ausfallbürgschaften für Kredite an mittelständische Unternehmen sowie Freiberufler.

Die Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums informiert im Abschnitt "Unterstützung für Unternehmen" (Link) über die Hilfsangebote der landeseigenen Förderbanken.

Auf der Website des "Finanzierungsportals der Bürgschaftsbanken" (Link) wird zudem erläutert, wie Bürgschaften für Betriebsmittel beantragt werden können. Im Einzelfall stehen bis zu 2,5 Millionen Euro bereit.

Das Programm Liquiditätshilfen BERLIN (Link) der IBB richtet sich an Berliner Unternehmen, die massive Liquiditätsengpässe auf Grund der Corona-Krise zu überbrücken haben.

Berliner Unternehmen mit mehr als 10 und bis zu 100 Mitarbeitern können Anträge auf Bewilligung des neuen Soforthilfeprogramms V ab Montag, 18. Mai 2020, 9:00 Uhr über die Website der Investitionsbank Berlin (Link: www.ibb.de) ausschließlich über das Internet einreichen. Die Höhe der Soforthilfe beträgt bis zu 25.000 Euro, je nach Bedarf entweder als Zuschuss oder als Tilgungszuschuss von bis zu 20% zum KfW-Schnellkredit. Ausnahmen für Gastronomie, Hotellerie und Tourismus. In begründeten Einzelfällen auch eine Beantragung von mehr als 25.000 Euro möglich.

Unternehmen in Brandenburg, die in eine existenzbedrohliche Schieflage durch die Corona-Krise geraten sind, wenden sich an die Wirtschaftsförderung Brandenburg (Corona-Unterstützung Link) .

Soforthilfe-Corona-Programm (Link) für Solo-Selbstständige und KMU in Bayern.


Welche steuerlichen Entlastungen gibt es?

Herabsetzung von Steuervorzahlungen:

Normalerweise stehen am 10. Juni 2020 die Einkommensteuer- und die Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen für das 2. Quartal 2020 an. Zwar lassen sich diese Zahlungen nicht komplett aufheben, aber zumindest reduzieren. Dazu müssen Unternehmen beantragen, dass ihre Steuervorzahlungen an die gesunkenen Erträge für das Jahr 2020 angepasst werden. Durch einen ergänzenden „Antrag auf zinslose technische Stundung“ müssen bis zur Neuberrechnung des Steuerbetrags keine Zinsen auf den ursprünglichen Steuerbetrag gezahlt werden.

Stundung von Steuern:

Zu Fragen der Stundung geben der Steuerberater oder das Finanzamt Auskunft. In schwierigen wirtschaftlichen Lagen können die Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer aufgeschoben, Vorauszahlungen der Gewerbesteuer sogar komplett ausgesetzt werden. Bisher gibt es noch keine bundesweiten Regelungen. Deshalb gilt aktuell: Die Finanzämter können in Teilen oder komplett auf die üblichen Stundungszinsen verzichten. Diese betragen 0,5 Prozent pro Monat. Das Unternehmen muss dafür belegen, dass es durch die Pandemie nicht mehr fähig ist, die Forderungen zu begleichen.

Wann kann eine Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen beantragt werden?

Wenn ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten drohen, kann bei der zuständigen Krankenkasse eine Stundung der Beiträge beantragt werden. Eine Stundung wird allerdings nur gewährt, wenn die Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens als vorübergehend eingeschätzt werden.


Gibt es finanzielle Hilfen, wenn ich die Teilnahme an einer Messe absage?

Für diesen Fall gibt es aktuell keine finanziellen Hilfen. Auch nicht, wenn die Absage aufgrund des Ausfalls einer Veranstaltung oder aus logistischen, arbeits- oder gesundheitsrechtlichen Problemen erfolgt.

Habe ich Leistungsverpflichtungen, wenn ich eine Messe absage?

Kann ein Vertrag nicht eingelöst werden, weil die Leistung unmöglich geworden ist, muss die Leistung auch nicht erbracht werden. Cateringfirmen müssen kein Essen liefern, Messebauer müssen keine Stände aufbauen, um zwei Beispiele zu nennen, aber sie verlieren ihren Anspruch auf Vergütung - außer es gab bereits Leistungen, die schon erfüllt wurden.


Gibt es finanzielle Hilfen, wenn Behörden mein Unternehmen schließen oder eine Veranstaltung absagen?

Hier ist die Rechtslage derzeit noch unklar. Unabhängig davon können aber die oben beschriebenen Förderungen der KfW-Bank oder der Bürgschaftsbanken beantragt werden.


 
Benötigen Sie Unterstützung? Rufen Sie uns unter 030-240 47 87 10 an oder schreiben Sie uns eine Mail online@imw-ev.de. Wir stehen an Ihrer Seite!
 

News


Praxistests, Mitgliedervorstellungen, Informationen in eigener Sache, Nachlesen unserer Veranstaltungen und andere aktuelle Meldungen lesen Sie hier.

 

Veranstaltungen


Sie sind herzlich eingeladen zu unseren Unternehmer- stammtischen, Mittelstandsforen, Clubgesprächen und weiteren Veranstaltungsreihen.

 

Archiv


Vorbei, vergessen? Nicht bei uns. Stöbern Sie in unserem Archiv nach Meldungen und Veranstaltungen der letzten Jahre und werden Sie fündig!

 

Pressespiegel


Die IMW e.V. in der Presse: Pressemeldungen, Berichterstattungen, Portraits rund um die IMW e.V. aus dem deutschen und europäischen Blätterwald.

Kontaktinfo:


IMW e.V.

Kontorhaus am Gendarmenmarkt
Charlottenstraße 65
D-10117 Berlin
+49 (0) 30 - 240 478 710
online@imw-ev.de Terminvereinbarung

Geschäftsstelle suchen:


Um eine IMW e.V. Geschäftsstelle in Ihrer Nähe zu finden, geben Sie einfach Ihre Postleitzahl und / oder Ihren Ortsnamen in das entsprechende Feld ein.